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Lösungen für die Energiewirtschaft

Case Study

Prozesse vereinfachen & Produktivität zurück gewinnen

Transformation eines CRM-Systems in eine digitale Unternehmensprozesswelt

Problemstellung

Der Nutzen eines CRM-Systems liegt zweifelsohne in der Unterstützung bei der Leadgenerierung und der Kundenkommunikation. Es unterstützt das Marketing, den Vertrieb und das Service-Team. Was ist zu tun, wenn genau dieses – auf Effizienz ausgelegte – Werkzeug das Unternehmenswachstum hemmt und blockiert, sein Mehrwert durch stetige Veränderungen in Geschäftsmodellen nicht mehr zum Tragen kommt und die von Gartner geforderte Digitalisierung des Unternehmens fehl schlägt?

Ausgangssituation

Anfang des Jahres hat sich ein agiles und schnell wachsendes Unternehmen aus der Energiebranche mit genau diesem Problem bei uns (Andreas Winter, Net4U und Philipp Königs, cedros) gemeldet. Wir sind hellhörig geworden – haben wir doch bereits in anderen Projekten von solch einer Problematik gehört. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, an Hand dieses Beispiels einen allgemein gültigen Lösungsansatz zu formulieren. Dieser soll auch andere Unternehmen, mit rasch veränderlichen Strukturen, als Blaupause dienen.

Kernziele

  • Schaffung einer flexiblen Datenstruktur für Bewegungsdaten

  • Eliminierung von Medienbrüchen

  • Automatisierung von Geschäftsprozessen

  • Entwicklung eines individuellen User Interface für Vertriebskanäle und Backoffice

  • Gewährleistung einer flexiblen Preisgestaltung

BUSINESS PROCESS OUTSOURCING (BPO) VERANTWORTET FACHLICHE RANDTHEMEN

In einer genauen IST-Analyse der Prozesse haben wir erfahren, dass unser Kunde seine fachlichen Funktionen in Rand- und Kernthemen unterteilt hat. Die Randthemen sind im Rahmen eines Business Process Outsourcing (BPO) zu einem externen Dienstleister übertragen worden. Diese Randthemen umfassen das Vertragsmanagement, die Energieabrechnung, das Mahn- und Inkassowesen sowie die Pflege der Kundenstammdaten.

Der externe BPO Dienstleister arbeitet mit seinem eigenen System. Die für die Bearbeitung der ausgelagerten Randthemen notwendigen Stamm- und Bewegungsdaten gelangen per elektronischer Schnittstelle in dieses System. Nach der Bearbeitung werden die qualifizierten Stammdaten ebenfalls über eine elektronische Schnittstelle zurück in das CRM-System unseres Kunden importiert.

EXTERNE STAMMDATENQUALIFIZIERUNG KOLLIDIERT MIT BEWEGUNGSDATEN

Das schnelle Wachstum und der große Erfolg der Marke zwingen unseren Kunden zur deutlichen Konzentration auf die Leadgenerierung. Dabei kommen die oben erwähnten Kernthemen zum Einsatz. Sie umfassen die Preisgestaltung, den Angebotsprozess, die Provisionsberechnung und die Kundenpflege. Die hohe Nachfrage führt zu einer schnellen Verbreiterung des Vertriebskanals. Key Account Manager, Agenturen, Vertriebsmitarbeiter und das Telesales-Team bearbeiten teilweise gleichzeitig aktiv die Kunden- und Bewegungsdaten im CRM-System. Diese rege Bewegung direkt im CRM-System kollidiert mit dem Abgleich der Stammdaten, welche – wie eingangs beschrieben – per elektronischer Schnittstelle durch den externen BPO-Dienstleister erfolgen.

Das Ergebnis ist eine deutliche Verschlechterung des Datenbestandes, welches das Kerngut des Vertriebsprozesses und des Kundenmanagements ist. Es kommt zu Schatten-Stammdatenhaltung, einer immer kostenintensiveren Prüfung der CRM-Daten für die Provisionsberechnung und es ergibt sich die Notwendigkeit, die Preisgestaltung in ein weiteres System auszulagern.

CRM SYSTEM ALS NADELÖHR FÜR DEN VERTRIEBSKANAL

Das Ergebnis der Analyse offenbart, dass der grundlegende Nutzen des CRM-Systems verloren ist, die eigentlich effizienzsteigernde Auslagerung der Fachfunktionen in ein BPO-Konzept das Gegenteil bewirken und das grundsätzlich wünschenswerte rasche Wachstum zu einer Menge an unbrauchbaren Interessenten- und Kundendaten führt. Das CRM-System wird zu einer Fessel, einem Nadelöhr, für den Vertriebskanal. Die von allen Seiten gepriesene und eingeforderte Digitalisierung der Unternehmensprozesse wird zum Misserfolg.

Vision

Unser Ziel war es, diese Prozesse neu zu strukturieren und unserem Kunden den Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, welcher eine frühzeitige Digitalisierung von Geschäftsstrukturen mit sich bringt. Die Überlegungen erfolgten unter der Prämisse, dass weitere Veränderungen, Beschleunigungen oder Verbreiterungen im Vertriebsprozess uneingeschränkt und frei möglich sind. So kann sich das Potential des neuen Geschäftsmodells optimal entfalten und ein sicherer stabiler Vertriebsprozess etabliert werden.

PROZESSSTRUKTURIERUNG UND AGILITÄT FÜR VERTRIEBSPROZESSE SCHAFFEN!

Zur Umsetzung dieser Zielvision, schlugen wir dem Kunden vor, die fachlichen Kernthemen auf einer zentralen IT-Plattform zu konsolidieren. Im Zentrum stehen eine Datenstruktur für Bewegungsdaten und automatisierte und medienbruchfreie Geschäftsabläufe für alle Vorgänge wie Angebotserstellung, Vertragsabwicklung und Provisionsabrechnung. Um die Agilität des Energieunternehmens weiter zu gewährleisten, müssen auch Partnersysteme, wie die eines BPO-Dienstleisters oder Service-Providers anbindbar sein.

Aus der Vision wurden mit dem Kunden fünf Kernziele (s.o.) formuliert. Diese Kernziele werden langfristig in einzelnen Phasen angegangen. Die notwendigen Fachanforderungen werden sukzessive und individuell formuliert und umgesetzt. Durch dieses Vorgehen können Änderungen im Geschäftsmodell jederzeit berücksichtigt werden.

ABB.: BEWEGUNG IN DEN KERNPROZESSEN – DIE NEUEN TREIBER DER IT!

Lösungsansätze

Für das operative Vorgehen haben wir unserem Kunden zwei strategisch unterschiedliche starke und gut etablierte Technologieansätze vorgeschlagen.

LÖSUNG „JEE & APP SERVER DRIVEN“

Für die Umsetzung der geplanten IT-Plattform wird die cedros c.-JETPack Lösung verwendet. Ein JEE-Framework basierend auf einem Applikation Server, und der BPM Engine Activiti. Als User Interface Framework wird das JavaScript MVW Framework AngularJS verwendet. Die Abbildung der dynamischen Datenstruktur erfolgt über eine relationale Datenbank. Dieser Lösungsweg nutzt etablierte Standards und den Einsatz von Open Source Produkten.

LÖSUNG „IBM DRIVEN“

Die Abbildung erfolgt mit IBM Lotus Domino als Workflow-Engine und Schnittstelle zu externen und internen Systemen. Die Oberflächen werden ebenfalls über das JavaScript MVW Framework AngularJS realisiert und für die Abbildung der fachlichen Komponenten werden bestehende cedros Domino Lösungen genutzt.

Vorteile der Lösungsansätze

Beide Lösungsansätze ermöglichen dem Kunden eine langfristige Planbarkeit, die Abbildung des dynamischen Wachstums, eine schnelle Umsetzung der fachlichen Ziele und Anforderungen und bieten eine interessante Kostenstruktur.

Fazit

Das Energieunternehmen kann das veränderte Geschäftsmodell nicht auf die bestehende IT-Plattform übertragen. Dadurch entwickelt sich das CRM-System zu einer unternehmerischen Fessel. Die Prozesse werden ineffizient und ein mittelfristig unbändiger Wildwuchs an zusätzlichen, individuellen IT-Lösungen entsteht. Das führt zu zahlreichen Medienbrüchen zwischen den IT-Systemen, einer Verschlechterung der Datenqualität und insgesamt einer sehr niedrige Akzeptanz des genutzten Systems. 

Gemeinsam mit dem Kunden haben wir innerhalb kürzester Zeit die IST-Situation bewertet und Ziele für die Zukunft definiert. Die aufgezeigten Lösungswege befreien das wachsende Energieunternehmen von Einschränkungen bedingt durch ihre IT-Systeme und schaffen eine flexible Infrastruktur. Das bietet eine optimale Basis für die Umsetzung der geplanten Unternehmensziele und bewahrt die Agilität im Geschäftsmodell.

Abb.: SKIZZIERTE LÖSUNG MIT CEDROS ASSETS